zum inhalt

18.05.2010

Thesen zum Bahnverkehr

Aus Anlass der gemeinsamen Sitzung der Verkehrsausschüsse von BVV Spandau und Stadtverordnetenversammlung Falkensee, die am 18.5.2010 in Spandau stattgefunden hat und die sich schwerpunktmäßig mit dem regionalen Bahn-, Bus und Autoverkehr beschäftigt hat, habe ich ein paar Thesen aufgeschrieben; zur Diskussion.

GG

Doch vorher dies:

Für ein größeres Bild hier klicken.

Dies Bild hängt im Falkenseer Museum und zeigt die S-Bahn in einer Zeit, als sie noch mit Dampf betrieben wurde. Da fuhr sie bis nach Nauen!

Mit der elektrischen S-Bahn, wie sie in Berlin fährt, geht das nicht so einfach. Darauf nimmt meine erste These Bezug.

 

Thesen zur Entwicklung des ÖPNV im östlichen Havelland.

  1. Das Ost-Havelland ist als gemeinsamer Siedlungs- und Entwicklungsraum zu sehen, der in sich verkehrlich erschlossen und (dann) an die Bundes- und die Landeshauptstadt angebunden werden muss.

  2. Hinsichtlich der wachsenden Zahl an Pendlern muss der modal-split zu Gunsten des ÖPNV, insbesondere des schienengebundenen ÖPNV verbessert werden. Größter Nutznießer davon wäre der Bezirk Spandau.

  3. Eine Brechung der Linien, die aus dem Umland die Stadtgrenze Berlins bzw. Potsdams erreichen, d.h. ein dort erzwungener Umstieg auf die städtischen Verkehrsmittel, ist wegen des Attraktivitätsverlusts völlig kontraproduktiv.

  4. Gleichwohl müssen die Stadt-Umland-Linien gut mit dem städtischen Verkehrsnetz verknüpft werden, damit z.B. in Berlin nicht nur Ziele entlang der Stadtbahn erreicht werden können, sondern in der ganzen Fläche; dazu müssen die Linien an den wichtigen Knotenpunkten mit dem Verkehrsnetz der Stadt halten und sie müssen „durchgebunden" werden. Gleichzeitig werden so schnelle innerstädtische Verbindungen für große Entfernungen in der Stadt geschaffen, die das bisherige Netz ergänzen.

  5. Die verschiedenen Verkehrsmittel - vom Bus bis zum Regionalexpress - müssen sich ergänzen, nicht konkurrieren. Im Interesse der Sparsamkeit müssen Parallelangebote darauf überprüft werden, ob sie sinnvoll und notwendig sind.

  6. Für die S-Bahn schlagen wir vor zu prüfen, ob nicht eine Verlängerung auf die Bötzow-Bahn und ggfs. bis zum Waldkrankenhaus mehr Sinn machen würde als eine bis Hackbuschstraße, weil damit Wohngebiete erschlossen würden, die eine Aufwertung dringend brauchen könnten. An einem Haltepunkt Hackbuschstraße könnte auch die Regionalbahn halten.

  7. Für die Hamburger Bahn wird der Bau eines dritten und mittelfristig vierten Gleises benötigt, um bei steigendem Fern- und Güterverkehr eine kontinuierliche, dicht getaktete Bedienung der Haltepunkte bis Nauen sicherzustellen (Entkoppelung von Fern- und Regionalverkehr, „fliegende" Überholungen).

    Gerd Gunkel, Bündnis 90/Die Grünen Falkensee, 18.5.2010


 

 

22.03.2008

Mehr Autoverkehr dank S-Bahn

Untersuchung zur Strecke Spandau-Falkensee liegt vor

 

Peter Neumann

 

FALKENSEE. Das mutet paradox an: Wenn es wieder eine S-Bahn zwischen Berlin-Spandau und Falkensee gäbe, würden viele Havelländer auf das Auto umsteigen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die Berlin und Brandenburg sowie der Landkreis Havelland in Auftrag gegeben haben. Zwar gilt der Wiederaufbau der 1961 gekappten S-Bahn als wirtschaftlich - der Indikator 1,31 zeigt, dass der Nutzen die Kosten übersteigt. Trotzdem bezweifelt der Bund als Hauptfinanzier, dass die Investition sinnvoll wäre. "Wir wollen eine offene Debatte", sagt Lothar Wiegand vom Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung (MIR). Dazu gibt es am 21. April ein Treffen in Potsdam.

 

S-Bahn oder nicht - das ist im Havelland die Frage. Viele Falkenseer wollen sie. Doch wer im Stadtteil Finkenkrug, in Brieselang oder in Nauen lebt, müsste auf viele direkte Verbindungen ins Berliner Zentrum verzichten. Den Ländern fehlt das Geld, die S-Bahn zu finanzieren und zudem den Regionalverkehr komplett aufrechtzuerhalten. Darum könnte nur der Regionalexpress RE 4 wie bisher fahren. Bei der Regionalbahn RB 10, die heute bis zu zweimal stündlich von Nauen nach Berlin rollt, würde das Angebot gekürzt. Aber dann gingen dem Schienenverkehr Kunden verloren, ergibt die "Standardisierte Bewertung".

 

Bliebe alles so wie heute, würden westlich von Falkensee täglich 6 400 Menschen von und nach Berlin fahren. Würde die S-Bahn gebaut und alle RB-Züge aus Nauen kehrten in Falkensee um, wären es nur 5 300. Selbst wenn die RB 10 zumindest zur Hauptverkehrszeit über Falkensee hinaus nach Berlin-Charlottenburg fahren würde, blieben Kunden weg - dann wären westlich von Falkensee 6 000 Reisende unterwegs.

 

Ohne die S-Bahn würden unmittelbar östlich von Falkensee täglich 9 000 Menschen in beiden Richtungen Zug fahren. Mit S-Bahn und ausgedünntem Regionalverkehr wären es 8 700. Davon würden aber nur 2 000 Reisende von und nach Berlin die S-Bahn nutzen. Erst jenseits von Albrechtshof lohnte sich die S-Bahn. Vor allem in Spandau: Östlich des geplanten S-Bahnhofs Hackbuschstraße würden 14 900, östlich des S-Bahnhofs Nauener Straße 21 700 Fahrgäste befördert.

 

Berliner Zeitung, 22.03.2008

 

Der Link zur Internetseite des MIR Brandenburg mit der neuesten Version des Gutachtens, also incl. der Betrachtung der "Mitfall-Variante BB" ist hier:  http://www.mir.brandenburg.de/cms/media.php/lbml.a.2239.de/Bericht_Falkensee2008.pdf

 

 

20.02.2008

"Standardisierte Bewertung S-Bahn Falkensee" jetzt öffentlich !

Die Bürgerinitiative "Brieselang nicht abhängen", die von der Wählergemeinschaft "Bürger für Brieselang" getragen wird, hat vor dem Verwaltungsgericht in Potsdam erreicht, dass ihnen Akteneinsicht in die "Standardisierte Bewertung S-Bahn Falkensee" gewährt werden muss. Das Land Brandenburg und der Landkreis Havelland hatten dies jahrelang zu verhindern versucht. Ein schöner Erfolg!

Die Ergebnisse der Studie zeigen höchst eindeutig, dass der Bau einer S-Bahn für die Bewohner des östlichen Havellandes mehr Nach- als Vorteile bringen würde. Es wird ein Rückgang (!) der Fahrgastzahlen "westlich von Falkensee" prognostiziert.

Weil das intern schon bekannt war, hatten die S-Bahn-Befürworter im letzten Jahr noch in Aussicht gestellt, dass die S-Bahn auch bis Finkenkrug weitergeführt werden könnte. Brieselang aber bleibt für die Gleichstrom-S-Bahn unerreichbar, weil ein Gleichstrom-Zug aus elektrischen Gründen nicht über das Falkenhagener Kreuz fahren kann. Brieselang bliebe abgehängt - daher der Name.

Es ist an dieser Stelle nicht möglich, die Einzelheiten des 112-seitigen Gutachtens darzustellen, deswegen bieten wir es hier zum Download als pdf-Datei an - mit freundlicher Genehmigung der BI "Brieselang nicht abhängen". Dafür vielen Dank!.

Die Datei ist recht groß, es sind also etwas längere Ladezeiten zu erwarten.

Download: Standardisierte Bewertung S-Bahn Falkensee


Außerdem dokumentieren wir vier Pressemitteilungen und einen Leserbrief, die uns die Wählervereinigung "Bürger Für Brieselang" übermittelt hat.


PM Vernichtendes Urteil für die S-Bahn vom 10.2.2008

PM BFB will Akteneinsicht auch beim Landkreis vom 17.2.2008

PM SX-Bahn vom 19.2.2008

PM Verkehrsanbindung vom 19.2.2008

Leserbrief S-Bahn vom 25.2.2008

19.01.2008

Arbeitsbericht Grünes Zielnetz 2020

Die "gemeinsame Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr und Landesentwicklung Brandenburg Berlin" der Grünen hat einen Zwischenbericht über die Arbeit am grünen "Zielnetz 2020" veröffentlicht.

Das "Zielnetz" ist vom "kleinen Parteitag" der Grünen im vergangenen September als die Position der Brandenburgischen Grünen beschlossen worden und von einer Arbeitsgruppe der LAG jetzt mit allen Ausarbeitungen, Karten usw. vorgelegt worden.

 


 

Der Bericht kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Wegen der größe der Datei kann der Download etwas länger dauern.

S 21 - wie bitte?

16.10.2007

Das "Grüne Zielnetz 2020" ist vom Parteirat (=kleiner Parteitag") der Brandenburger Grünen beschlossen worden; nun muss das Konzept publiziert und in die Diskussionen mit anderen Parteien, mit den Länderregierungen, mit den zuständigen Behörden usw. eingebracht werden.

Eine detail- und facettenreiche Diskussion. Dr. Wolfgang Hauschild, Mitglied der (gemeinsamen) Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr und Landesentwicklung, hat eine Ausarbeitung erstellt, mit der mensch sich "schlaumachen" kann über die S21 in Berlin, Wechselstrom-S-Bahnen und darüber, was das mit einem Ort im "inneren Verflechtungsraum" wie Falkensee zu tun hat; ein Blick zurück in die Zukunft, ein Artikel für technisch Interessierte mit Bildern und Links.

Startet den Datei-DownloadHier. 

 

Viel Vergnügen! (Wer daran keinen Gefallen findet, soll es einfach nicht lesen...)

Foto: Felix Wachsmuth, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung

Das Bild zeigt einen Zug, der zur Fußball-WM als S21 durch von Gesundbrunnen durch den Nord-Süd-Tunnel nach Südkreuz fuhr. Es ist ein Wechselstrom-Triebzug, den sich Berlin für die WM von westdeutschen Städten ausgeliehen hatte. Er fährt dort als S-Bahn.

 

Über den Tellerrand geguckt: Duo-S-Bahn

4.10.2007

Immer wieder wird in der Diskussion – selbst innerhalb der Grünen, besonders in Berlin – das Konzept „Duo-S-Bahn“ hochgezogen. Es wird u.a. darauf hingewiesen, dass man sich in Hamburg für dies Konzept entschieden habe. Aber dort liegt eine grundsätzlich andere Situation vor, als hier in Berlin.

Wie das nun genau ist, kann man zwei Internetseiten entnehmen, die sich mit der Hamburger S-Bahn beschäftigen: www.nimmbus.de/nbusanet.htm und

www.hamburger-s-bahn.de , einer privaten Seite zur Hamburger S-Bahn, Autor M.Heimann.

 

Bei nimmbus.de findet sich eine Karte, die die S-Bahn und die Regionalbahn zeigt.

Hier ein Ausschnitt:

Man sieht die S3/S31 in lila von Hamburg Hauptbahnhof über Harburg nach Neugraben. Südlich der Elbe fährt sie in einen Tunnel unter Harburg hindurch bis HH-Heimfeld. Dann läuft sie parallel zur Regionalbahn. Und man sieht die R 50 von HH-Hauptbahnhof nach HH-Harburg. Dort „macht sie Kopf“ und fährt (oberirdisch) Richtung Neugraben, Buxtehude, Stade, Cuxhaven. Dies "Kopfmachen" der Regionalbahn beschert der S-Bahn hier einen Reisezeitvorteil gegenüber der Regionalbahn - nicht etwa ihre Geschwindigkeit.

 

Bei Heimann wird die „Harburger S-Bahn“ beschrieben: „Eine besonders imposante Strecke ist die 1983/84 eröffnete Harburger S-Bahn (Linien S3/S31), die sich schon vom Hauptbahnhof an über steile Rampen und eine auf Stelzen geführte Trasse mit futuristisch anmutenden Bahnhof ihren Weg durch den Stadtteil Hammerbrook gen Harburg bahnt. Auf zwei gewaltigen Brücken in Stahlkonstruktion wird zunächst der Oberhafen und gleich dahinter die Norderelbe überquert. Parallel zur Fernbahn und nach zwei Halten auf der Elbinsel kreuzt die S-Bahn die Süderelbe und verschwindet mit 100 km/h im Tunnel, unterquert dabei in einem eleganten Bogen den Fernbahnhof samt der Innenstadt von Harburg, um erst in Heimfeld wieder ans Tageslicht zu gelangen. Von hier an folgt sie der Fernbahntrasse in Richtung Neugraben.“

 

Dazu drei Fotos:

Diese Strecke wird sehr gut angenommen. Heimann: „Die Harburger S-Bahn ist der einzige Ast des Streckennetzes, auf dem zwischen Hauptbahnhof und Harburg Rathaus an Werktagen aufgrund des äußerst hohen Verkehrsaufkommens ein von morgens bis abends durchgehender 5-Min.-Takt (!, GG.) angeboten wird.“

Nun könnte man fragen, warum man nicht die ganze Strecke auf Wechselstrom-S-Bahn-Züge umstellt – das würde ja unserem hiesigen Vorschlag entsprechen.

Zwei Gründe verhindern es:

- die Anbindung an den Hamburger Hauptbahnhof, die zwar für die Regionalbahn existiert, aber auf anderen Gleisen und an anderen Bahnsteigen. Und die Gleise und Bahnsteige der (Gleichstrom-) S-Bahn nach Harburg werden von anderen (Gleichstrom-) S-Bahnen mitbenutzt.

- der Tunnel unter Harburg, der eben für die Gleichstrom-S-Bahn gebaut worden ist und für Wechselstrombetrieb schlicht nicht hoch genug ist.

Diese ganz schöne Anlage, also die Einbindung der S3/S31 in den Hauptbahnhof Hamburg und der Tunnel unter Harburg, wäre obsolet, wenn man dort mit Wechselstrom fahren wollte.

 

Das ist aber eine völlig andere Situation als hier in Berlin. Auf der von uns vorgeschlagenen Verbindung von Nauen nach Berlin Südkreuz (und auf anderen Strecken durch den Nord-Süd-Tunnel bzw. über die Stadtbahn) kann durchgehend mit Wechselstrom gefahren werden.

 

Das bedeutet auch, dass die Nachteile der Duo-Bahn hier nicht in Kauf genommen werden müssen. Die Nachteile sind: Hoher Preis des Fahrzeugs (keine Großserientechnik), hohes Gewicht (die Einrichtungen für beide Fahrzustände plus die Systemwechseltechnik müssen stets mitgeführt werden; das bewirkt einen erhöhten Energieverbrauch), geringe Geschwindigkeit (unter Gleichstrom beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h, unter Wechselstrom 120 km/h, die Beschleunigung ist wegen des höheren Gewichts unter Gleichstrom schlechter als das der Gleichstrom-S-Bahn, unter Wechselstrom etwas besser, aber wiederum schlechter als bei einem vergleichbaren Wechselstrom-Triebzug). Teuer, unökologisch, langsam.

 

Für das Berliner Umland ist die Duo-Bahn keine Alternative, zumal in aller Regel die Infrastruktur für Wechselstrombetrieb vorhanden ist oder zumindest zu mit der Gleichstromvariante vergleichbaren oder günstigeren Preisen geschaffen werden kann.

 

GG.

 

 

 

Ältere Beiträge

 22.09.2007

"Kleiner Parteitag" in Falkensee

Im September hat in Falkensee der "kleine Parteitag" -  Landesparteirat genannt -  getagt. Themen waren Verkehr in der Region und die Grundsicherungsdiskussion.

Die Ergebnisse des "kleinen Parteitags" zum Thema Verkehr gibt es hier in Form der Texte der gefassten Beschlüsse zum Thema Verkehr:

Startet den Datei-DownloadLeitlinien für eine nachhaltige Verkehrspolitik

Schienenverkehr in Brandenburg: Startet den Datei-DownloadZielnetz 2020

13.12.2006

Bericht von der OMV zum SX-Konzept

Ein Nachdenken hat begonnen in Falkensee, wie denn in Zukunft die Anbindung der Stadt an Berlin im öffentlichen schienengebundenen Personennahverkehr (SPNV) aussehen soll, wie sie gestaltet werden kann.

Die alte Position der Grünen war, dass die S-Bahn über Spandau hinaus bis Falkensee, besser bis Finkenkrug verlängert werden sollte. Die Realisierung ließ und lässt auf sich warten. Und die Nachbarn aus Brieselang haben eingewendet, was denn dann überhaupt aus ihnen werden solle?

Auf der Suche nach geeigneten Konzepten sind wir auf den Vorschlag des SX-Zuges gestoßen. Das ist eine "Schnell-S-Bahn", die die "Lücke" zwischen dem Regionalangebot der Bahn und der Berliner S-Bahn schließen soll.

Die eingeladenen Bahningenieure Mikko Gumprecht und Fabian Walf von der TU-Berlin haben das von ihnen entwickelte Konzept auf der "öffentlichen Mitgliederversammlung" am 12.12. im Hotel Kronprinz vorgestellt. Anwesend waren neben den Mitgliedern und Verkehrsexperten der Grünen Vertreter der mit dem Thema befassten Initiativen des Bürgervereins Finkenkrug und vom Aktionsbündnis ProRegionalverkehr Osthavelland sowie Politiker anderer Parteien aus Falkensee und Brieselang.

Die Veranstaltung war auf Diskussion ausgelegt, aber auch darauf, einen Beitrag zu leisten für einen möglichen regionalen Konsens in Sachen SPNV.

    

Was ist das SX-Konzept?

    

Gumprecht und Walf schlagen die Einrichtung zweier Schnell-S-Bahnlinien vor, die "den Speckgürtel" Berlins ans Zentrum anbinden sollen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Nord-Süd-Tunnel in Berlin. Hier die graphische Darstellung:

    

(Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Autoren)

    

Mehr Informationen gibt es unter  http://www.sx-bahn.de/was.htm

    

Es handelt sich also um ein Konzept nicht speziell für die Belange des östlichen Havellandes, sondern um eines, dass den so genannten "erweiterten Verdichtungsraum" ("Speckgürtel") mit Berlin verbindet. Die beiden Linien Nauen-Wünsdorf bzw. Eberswalde-Ludwigsfelde werden "durchgebunden", d.h. sie sammeln die Fahrgäste auf ihrem Weg nach Berlin ein und durchqueren dann Berlin, wobei sie mit den bestehenden Verkehrsmitteln verknüpft sind.

    

(Der Richtigkeit halber muss hier erwähnt werden, dass der "Ast" nach Wünsdorf teilweise noch gebaut werden muss, aber er wird kommen. Bis dahin würden die Züge aus Richtung Nauen am Südkreuz in Berlin enden.)

    

Wenn man Menschen vom Auto weg in die öffentliche Bahn locken will, muss man zwei Dinge besonders beachten: Die Fahrzeiten müssen kurz sein und man muss "öffentlich" sein Ziel (z.B. den Arbeitsplatz in Berlin) gut erreichen können.

    

Hinsichtlich der Geschwindigkeit ist die SX-Bahn weit vorn. Sie schafft Fahrzeiten in die Stadt, die mit dem Auto unerreichbar sind. Sie ist etwa so schnell wie derzeit der Regionalexpress. Der braucht z.B. von Falkensee bis zum Hauptbahnhof in Berlin 16 Minuten.

    

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Verknüpfung mit den anderen Verkehrssystemen. Zunächst die Erreichbarkeit. Der SX hält so oft, wie jetzt die Regionalbahn oder wie die S-Bahn es täte. An allen Haltepunkten von Nauen bis Spandau gibt es große Park-and-Ride-Plätze für die Autos. Die können alle genutzt werden.

Es gibt nicht den Zug, der von meiner Gartenpforte bis zu meinem Arbeitsplatz fährt. Umso wichtiger ist die Möglichkeit umzusteigen. Das Berliner öffentliche Verkehrssystem ist sehr leistungsfähig - auch im Vergleich mit anderen Großstädten. Man muss es nur auch erreichen können. Die Verknüpfung findet hier zunächst in Spandau statt - Anbindung an U- und S-Bahn sowie an die Stadtbusse. Dann in Jungfernheide mit dem S-Bahnring. Am Hauptbahnhof mit der S-Bahn und den Zügen auf der Stadtbahn. Am Potsdamer Platz wiederum mit der S- und U-Bahn und den städtischen Bussen. Schließlich am Südkreuz wieder mit dem S-Bahnring und Regionalzügen.

Ein Problem des Vorschlags von Gumprecht und Walf wurde in der Diskussion am 12.12. benannt: Die bisherige Anbindung des östlichen Havellandes an die Stadtbahn leistet er nicht. Deswegen schlagen sie vor, den Regionalexpress RE4, der derzeit durch den Nord-Süd-Tunnel fährt, wieder auf die Stadtbahn zu legen. Seit dem Fahrplanwechsel am 10.Dezember erreicht man mit dem Regionalzug RB 10 in Spandau den Regionalexpress aus Rathenow (RE 2), der über die Stadtbahn fährt. Man kann am gleichen Bahnsteig nach kurzem Aufenthalt umsteigen und so den Bhf. Zoo, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und den Alexanderplatz usw. erreichen. Der RE 4 könnte in Brieselang, Falkensee und Spandau erreichbar sein und abgestimmt zusammen mit dem RE 2 einen annähernden Halbstundentakt über die Stadtbahn ergeben. Für die "Feinverteilung" auf der Stadtbahn sorgt weiterhin die S-Bahn (Westkreuz, Charlottenburg usw.).

    

Die Versammlung am 12.12. hat einstimmig und damit durchaus parteiübergreifend beschlossen, an die Landesregierungen von Brandenburg und Berlin die Forderung heranzutragen, das SX-Konzept in die so genannte "standardisierte Bewertung" einzubeziehen. Die Teilnehmer sehen in diesem Konzept eine außerordentlich gute, zukunftsfähige und bezahlbare Lösung des Schienenverkehrsproblems im östlichen Havelland - so der Beschluss. Die "standardisierte Bewertung" bietet die Möglichkeit, diesen Vorschlag gleichberechtigt mit anderen Vorschlägen zu vergleichen. Dann müssen die besseren Argumente, die günstigere Kosten-Nutzen-Relation, die Bezahlbarkeit entscheiden.

 

 

 

 

 

15.11.2006

Gewerkschaft Transnet schlägt "Stadt-Express" vor

Unerwartet haben wir Unterstützung für unsere Position gegen die Gleichstrom-S-Bahn von Spandau nach Falkensee erhalten. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, das ist die Gewerkschaft der Eisenbahner, hat ein Konzept eines so genannten "Stadt-Express" vorgestellt, der die Lücke zwischen dem Regionalexpress und der S-Bahn hinsichtlich Transportvolumen und Geschwindigkeit schließen kann. Seine Überlegungen betreffen zunächst den Süden Berlins, werden aber ergänzt dadurch, dass dieser Zug auch die RB 10 ersetzen könnte, d.h. nach Nauen fahren könnte.

 

Wir geben den Brief von Jörg Podzuweit hier wieder - zur Diskussion.

 

 

S-Bahn Berlin will offenbar gern nach Falkensee fahren

5.11.2006

 

In der z.T. hitzig geführten Diskussion, die derzeit intern bei den Grünen in Berlin und in Brandenburg in AGen über die Frage der Anbindung des Osthavellandes an Berlin geführt wird ("Pufferküsser", "reiner Selbstzweck", "...entzieht sich der ernstzunehmenden Diskussion"), wird ein Artikel zitiert, der im Sommer in der Werbeschrift der Berliner S-Bahn veröffentlicht worden ist.

Demnach ist die S-Bahn Berlin sehr interessiert, nach Falkensee zu fahren, sogar nach Finkenkrug, aber Brieselang ist "zu weit". Dennoch: ein sachlicher Artikel, der die Argumente der Befürworter der Gleichstrom-S-Bahn darstellt und die damit verbundenen Interessen.

 

Hier ist der Link

Über der Tellerrand geguckt: Zürich

10.10.2006

Im Frühjahr waren wir in Zürich um Freunde zu besuchen. Klar, dass wir auch nach dem Bahnsystem der Schweiz geschaut haben, denn das gilt als vorbildlich.

Zunächst fällt auf: Autofahren macht in Zürich keinen Spaß - das wussten wir noch vom letzten Besuch. Also waren wir ohne das Auto gekommen. In der Stadt fahren die Menschen mit der Tram, oder - wenn diese Verbindung besser erscheint - mit der S-Bahn.

Große Plätze, die gemäß unseren hiesigen Vorstellungen sicher dem Autoverkehr vorbehalten wären, sind belegt mit Haltestellen der Tram. Besonders hübsch ist das auch nicht, aber man kann als Fußgänger gut unterwegs sein, auch mit Kindern. Vor Autos braucht man keine große Angst zu haben - es gibt kaum welche.

Was das Bahnfahren betrifft, ist man in der Schweiz in einer ganz anderen Welt. Es springt sofort ins Auge, es gibt keine leerstehenden Ruinen mit verbretterten Fenstern, die früher einmal Bahnhöfe waren und jetzt durch kleine Wartehäuschen ersetzt worden sind.

Entsprechend ist die Bahn beliebt; die Leute machen bei schönem Wetter einen Ausflug in die Berge, nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn.

Sicher sind nicht alle Bahnhöfe so idyllisch wie hier die Station Uetliberg. Besonders die größeren Bahnhöfe sind zweckmäßig, technisch. Aber sie sind gepflegt. Und der Fahrgast trifft auf ein differenziertes System von Nah-, Mittelstrecken- und Fernverkehrszügen, das bestens funktioniert. Im Bild der Intercity nach Bern. Fahrzeit knapp eine Stunde.

Unser spezielles Augenmerk galt dem Nahverkehrssystem. Der Ballungsraum Zürich ist sicher von der Größe her nicht mit Berlin zu vergleichen, dafür gibt es dort ein paar Berge mehr. Das S-Bahnsystem ist kontinuierlich ausgebaut worden, es ist modern und außerordentlich leistungsfähig. Zwanzig bis 50 km fahren die S-Bahnen ins Umland.

Es gibt Doppelstockzüge, die unseren Regionalbahnen nicht unähnlich sind. Sie heißen in Zürich allerdings S-Bahn. Sie verbinden die Orte rund um Zürich mit der Stadt. Niemand käme auf die Idee, sie vor der Stadt enden zu lassen, damit die Fahrgäste auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen müßten. Statt dessen sind die Strecken "durchgebunden", sie kommen also aus den Randbezirken, fahren durch die Stadt, dort kann man auch umsteigen, und verlassen die Stadt in einer "gegenüber" liegenden Richtung. Hier der Hauptbahnhof (tief).

Natürlich wollte ich den Triebzug sehen und "erfahren", von dem auch hier in Berlin so viel die Rede ist, wenn es um das SX-Konzept bzw. den Stadtexpress geht. Ich bin mitgefahren. Es war ein sehr angenehmes Reisen. Der Zug kann 160 km/h fahren. Das tut er wohl nur selten, jedenfalls nicht dort, wo die Stationen dicht bei einander liegen. Aber er bewegt sich flott und scheinbar mühelos. Er fährt weich und leise, etwa vergleichbar mit unseren Regionalexpresszügen. Aber man hat ein großzügigeres Raumgefühl.

Der Zug ist barrierefrei zu besteigen, er hat leider auch keinen ebenen Wagenboden, allerdings in der Nähe der breiten Einstiegstüren viel Platz und spezielle Mehrzweckabteile für Kinderwagen, Fahrräder, Rollstühle.

Eine weitere Neuerung gibt es: von Siemens gebaute Doppelstocktriebzüge für den Nahverkehr. Den habe ich zwar gesehen, aber ich konnte nicht "probefahren". Das dürfte "der Stand der Technik" sein.

22.09.2006

Aktuell

Benno König von der Initiative "pro Regionalverkehr Osthavelland" hat uns am 21. September eine Pessemitteilung zugesandt. Sie berichtet von kleinen Erfolgen für die Bahnanbindung nach Berlin - immerhin...   Mehr »

8.6.2006

Eine der letzten wichtigen öffentlichen Äußerungen der S-Bahn-Befürworter stammt von Landrat Schröder (SPD). Sein Vorschlag war in der MAZ zu lesen, wir dokumentieren ihn hier und antworten.

Der Diskussionsvorschlag von Landrat Dr. Schröder ist irreführend – ein Alternativvorschlag

 

Zunächst: es ist zu begrüßen, dass Dr. Schröder einen Vorschlag macht. Und es ist gut, dass er seinen Vorschlag auch so nennt, denn das eröffnet ja die Diskussion. Wir geben hier Schröders Entwurf wieder.

Zunächst fällt auf, dass der Regionalexpress zurzeit in Finkenkrug meist nicht hält. Dr. Schröder erhebt dann die Forderung, dass der RE 4 in Brieselang und Finkenkrug halten müsse. Das ist eine gute Forderung. Sie deckt sich mit der alten Erkenntnis der Grünen, dass es nicht reicht, die Züge fahren zu lassen, sie müssen auch anhalten, damit die Menschen aus- und einsteigen können. Schön, dass Dr. Schröder es auch so sieht..

Dann fällt die Formulierung auf, der Ausbau der S-Bahn zwischen Falkensee und Finkenkrug sei „optional“. Wer nimmt diese Option wahr? Die Falkenseer Bürger? Die Finkenkruger und Brieselanger? Der Landrat?

Schließlich ist die RB 10 von Nauen nach Berlin-Charlottenburg weggefallen. Dazu heißt es im Text, den die Brawo am 5. Juni veröffentlicht hat „Nach dem Vorschlag könnte die stündlich fahrende Regionalbahnlinie RB 10 entfallen und somit zumindest teilweise die Betriebskostenaufwendungen für die S-Bahn auf dem Brandenburger Abschnitt zwischen Falkensee und Albrechtshof kompensieren.“

Der Vorschlag von Landrat Dr. Schröder ist gegenüber dem Ist-Zustand also sogar noch eine Verschlechterung. Folglich heißt es in Schröders Text: „Die SPNV-Bedienung für Finkenkrug, Brieselang und Nauen bleibt akzeptabel gesichert“. „Akzeptabel“ ist aber eben schlechter als jetzt. Und das auch nur, weil der Regionalexpress wieder regelmäßig in Brieselang und Finkenkrug halten soll. So schön diese Forderung ist, sie ist ein schwacher Trost. Gerade diese sehr einfache Lösung ist in der Vergangenheit immer weiter beschnitten worden. Das hat offensichtlich mit zwei Überlegungen oder auch Sachzwängen bei der Bahn zu tun: erstens werden die Zeitfenster für den Regionalverkehr auf der Trasse immer kleiner, je mehr Fernverkehr berücksichtigt werden muss und zweitens sollen auch Regionalexpresszüge nur an größeren Bahnhöfen halten, damit sie schnell sind.

Hier die graphische Darstellung des gegenwärtigen Fahrplans:

 

Nun der Alternativvorschlag: Statt des Ausbaus der S-Bahn bis Finkenkrug wird die Trasse dreigleisig mit Bahngleisen ausgebaut. Mit dem Einbau von Schnellfahrweichen schafft das die notwendigen Überholmöglichkeiten für die Fernbahn.

 

 

Die RB 10, hier RB „X“ genannt, ist bei diesem Vorschlag nicht nach Charlottenburg geführt, sondern über Jungfernheide in den Nord-Süd-Tunnel, weil das eine sehr schnelle Verbindung in die Stadt ist, die viele Verknüpfungen mit dem bestehenden ÖPNV-Netz hat. Die Anbindung nach Charlottenburg geschieht, indem der Zug Anschluss an den über die Stadtbahn fahrenden RE 2 aus Rathenow bekommt. Das ist ein bequemer Umstieg, der am gleichen Bahnsteig erfolgen kann.

Dieser Vorschlag ist gegenüber dem Ist-Zustand eigentlich nur eine Variante. Sie verursacht keine oder nur geringe Mehrkosten bei den Betriebsaufwendungen. Wenn es Mehraufwand gibt, kann der gegen das zu erwartende Fahrgastaufkommen gerechnet werden.  Die beiden für die S-Bahn geplanten neuen Bahnhöfe im Gebiet von Spandau sind eingezeichnet. Wenn es dafür Bedarf gibt, können sie gebaut werden. Weil bei dieser Variante beide Regionalbahnen in die Stadt fahren und ein Umstieg am Spandauer Bahnhof  möglich ist, könnten sie Fahrgäste anziehen.

Insgesamt sehen wir ein klassisches Modell, in dem sich Regionalbahn und Regionalexpress ergänzen. Als Zugabe am Rande sei noch erwähnt, dass es natürlich denkbar wäre, dass entweder die S-Bahngesellschaft, ein privater Träger oder eine Bahngesellschaft des Landkreises Betreiber dieser Regionalbahnstrecke „X“ wären.

Auch der Einsatz von Mehrsystemzügen, wie es sie in Hamburg gibt, wäre natürlich denkbar. Hamburg hat wie Berlin das Problem mit den gleichstrombetriebenen S-Bahnen.

Ob der dreigleisige Ausbau der Trasse für das Nebeneinander von Regional- und Fernverkehr ausreicht, muss die Bahn beantworten. Es gibt aber in anderen Ballungsräumen Beispiele für dieses Konzept. Ob man nun das dritte Gleis im S-Bahnsystem oder im Bahnsystem baut, dürfte für die Kosten unerheblich sein. Während der Veranstaltung des Bürgervereins Finkenkrug am 7. Juni hat ein Verkehrstechnikexperte die Behauptung aufgestellt, ein drittes Gleis sei für solch ein Konzept überhaupt nicht nötig. Er hatte dafür ein Beispiel aus China.

Ein schönes Detail noch: die eingezeichneten P&R-Parkplätze gibt es weitgehend schon. Und weil die Regionalbahn attraktiv ist und an allen Bahnhöfen hält, entsteht so diejenige Variante, die den geringsten innerstädtischen Autoverkehr verursacht. Man muss mit dem Auto (oder dem Fahrrad) wirklich nur bis zum nächstgelegenen Bahnhof fahren, wo man in den Zug steigt.

Ein „stabiler Vorortverkehr mit kurzen Taktzeiten“ ist durch diesen Vorschlag gesichert. Nur die Mittelpunktfunktion Falkensees mit seinen großen P&R-Flächen im Zentrum und seinem schönen Bahnhof wird den Brieselangern – sagen wir – vorenthalten bleiben.

 

22.5.2006

 

S-Bahn ist Nostalgie

 

Als wir 1999 nach Falkensee zogen, nach Waldheim um genau zu sein, da war eines der entscheidenden Argumente, dass damals ab Finkenkrug zweimal pro Stunde ein Zug über die Stadtbahn nach Berlin fuhr. So würden die Kinder weiter in ihre gewohnte Schule gehen können. Und auch abends fuhr die Bahn so oft und regelmäßig, dass Berlin nicht weit entfernt lag. Wir waren sicher, dass wir das Kulturangebot der Hauptstadt nicht würden missen müssen. Nur für den Weg zur Arbeit würden wir auf das Auto angewiesen sein, denn unsere Arbeitsstellen lagen und liegen abseits der Regionalbahn. Ein Umsteigen in die U-Bahn und dann noch in den Bus führt zu Fahrzeiten, die weit über denen liegen, die man mit dem Auto braucht...

So tragen wir täglich ganz ungrün zum Berliner Auto-Chaos bei.

S-Bahn nach Falkensee? Die hiesige SPD wird nicht müde, genau das zu propagieren. Wir haben gesagt, die Regionalbahn ist besser. Jedenfalls wenn sie nicht nur regelmäßig fährt, sondern auch anhält.

Innerhalb der Grünen ist diskutiert worden, ob man nicht den dreigleisigen Ausbau der Bahntrasse fordern muss. Denn die Bahn favorisiert eindeutig den Fernverkehr, der mit hohen Geschwindigkeiten über die "Hamburger Bahn" abgewickelt werden soll. Je dichter dieser Verkehr wird, desto weniger Zeitfenster bleiben für den Regionalverkehr. Ein drittes Gleis würde da viel Erleichterung schaffen.

Wenn man sich in anderen Ballungsräumen umsieht, dann findet man, dass Gleisanlagen, die Regional- und Fernverkehr aufnehmen müssen, oft viergleisig ausgebaut sind: zwei Gleise für den schnellen Fernverkehr und zwei Gleise für den langsameren Regionalverkehr.

Es ist eine Berliner Besonderheit, dass die S-Bahn ein besonderes System hat, das mit der Bahn sonst nicht kompatibel ist. Die Bahn fährt mit Drehstrom, die S-Bahn in Berlin mit Gleichstrom. Wo das nicht so ist, wie z.B. im Raum Köln/Ruhrgebiet/Dortmund, fahren die uns so bekannten Doppelstockzüge im Nahverkehr als S-Bahn. Sie haben eine eigene Bemalung, sind technisch aber nicht anders als andere Züge auch.

Ich finde, dass man auch fragen darf, ob nicht die "S-Bahn Berlin" einen Regionalverkehr anbieten kann, der mit der bestehenden S-Bahn zwar verknüpft ist, sich aber der normalen Bahntechnik bedient. Damit müßte sich der Raum des Kreises Havelland leicht und ohne großen baulich-technischen Aufwand erschließen lassen. Über die Stadtbahn und die neue Nord-Süd-Trasse wäre dieser Verkehr gut an das Netz der Hauptstadt anzubinden.

Zu prüfen wäre ja vielleicht auch, ob nicht ein Wiederaufleben des "Sputnik", also eines zweiten, äußeren S-Bahnringes, eine Verbesserung der Integration des Nahverkehrs bewirken würde und wegen des Fahrgastaufkommens auch wirtschaftlich wäre.

Und wenn das die S-Bahn Berlin nicht machen wollen sollte (ich vermute, wenn sie den Auftrag und die Gelder bekämen, würden sie es auch tun), dann könnte man solche Strecken ja auch privaten Gesellschaften anbieten.

Jedenfalls: der Zustand von vor 1961 ist noch nicht wieder hergestellt. Da es nicht um Nostalgie geht, sondern darum, moderne, zeitgerechte Lösungen zu finden, ist Phantasie und Durchsetzungswille gefragt.

Damit wird sich diese Internetseite künftig weiter beschäftigen. Beiträge sind willkommen.

 

GG

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Kreistag hat eine Anfrage an den Landrat gerichtet. Es ist nämlich gerade ein Gutachten in Arbeit, dass u.a. die Wirtschaftlichkeit einer S-Bahn nach Falkensee prüfen soll. Zu den bisher veröffentlichten Daten aus dem Gutachten die Fragen.     Mehr »

Atomkraft: Schluss jetzt! - Großdemo und Umzingelung am 18. September in Berlin
Freiheit statt Angst! Datenschutzdemo am 11. September in Berlin, Potsdamer Platz, 13:00 Uhr
SCHWARZ-GELBEN ATOMPUTSCH VERHINDERN! SCHREIB DEINEM ABGEORDNETEN!
Meine Kampagne: GENKARTOFFEL? KOMMT NICHT IN DIE TÜTE!

GRUENE.DE News

Wie verbindet sich für uns Grüne eine ökologische Wirtschaftsweise und nachhaltiges Wachstum mit ...

Wir muss ein Leitbild für nachhaltige und handlungsfähige grüne Kommunen aussehen?Kategorie: Part...

Wie muss Parteinahme für die Schwächeren unserer Gesellschaft aussehen?Kategorie: Partei...

 
drucken
|
verschicken
|
speichern