07.09.26 –
Stadtverordneter Schaettes Anfrage zu zukunftssicherem Hitzeschutz an Kitas und Schulen
Rathenow. Der 28. Juni brachte mit 41,7 Grad in Coschen (Oder-Spree) einen vorzeitigen, deutschlandweiten Allzeit-Hitzerekord. In Cottbus (40,7 °C), Klettwitz (41,1 °C) und Baruth/Mark (41,0 °C) maß der Deutsche Wetterdienst (DWD) extreme Werte jenseits der 40-Grad-Marke. Mit über vier Tagen mit mindestens 35 Grad war 2026 der zweithöchste Sommerwert, nach 2022. Auch insgesamt war der Sommer, vor allem mit Hitzewelle im Juni, in Brandenburg mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad - 2,2 Grad über langjährigem Vergleichswert - deutlich heißer als üblich und der fünftwärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1881.
Gleichzeitig fehlte vielerorts der Regen. Statt üblichen 177 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fielen lediglich rund 138 Liter. Mit rund 747 Sonnenstunden wurde das langjährige Mittel von 662 Stunden deutlich übertroffen. Der dann auch bis Sommerende bundesweite Allzeitrekord wurde bereits am 27. Juni in Drewitz (Jerichower Land, Sachsen-Anhalt) mit 41,8 Grad gemessen. In Kübschütz (Sachsen) lag am 27./28. Juni das jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum bei 29,4 Grad. Laut DWD-Auswertung war der Sommer 2026 mit extremer Hitze und Trockenheit der zweitwärmste seit 1881. In Anbetracht der Extremhitze Ende Juni, mit 14 Tagen Schulausfall beziehungsweise Beeinträchtigung des Schulunterrichts am Jahn-Gymnasium, stellte der Rathenower Stadtverordnete Roland Schaette (Bündnis '90/Die Grünen) die Anfrage an die Stadtverwaltung, welche Maßnahmen die Stadt, angesichts des stärker werdenden Klimawandels, bezüglich Hitzeschutz an Kitas/Schulen umsetzt oder bei Neubauten, wie dem der Scholl-Grundschule, plant. Daraufhin antwortete Bürgermeister Jörg Zietemann nur kurz und relativ allgemein.
Zum Beispiel, dass es an Weinberg- und Jahn-Grundschule Modellprojekte dazu gibt. Er hätte die Antwort, notfalls, schriftlich umfangreicher ausführen können! Wie sieht der Hitzeschutz derzeit aus? Hier drei Beispiele. Die Kitas verfügen, wie „Jenny Marx“ oder „Die kleinen Philosophen“ in Rathenow-Ost über Sonnensegel auf Freiflächen/Spielplätzen. Das Gebäude der „kleinen Philosophen“ erhielt zudem vor zirka acht/neun Jahren über der oberen Fensterreihe ausfahrbare Markisen zur Beschattung. Diese helfen bei großer/anhaltender Hitze aber nur bedingt, wie eine Mitarbeiterin erzählt. Alle Fenster der Gesamtschule erhielten, im Rahmen der energetischen Sanierung 2018/2019, Sonnenschutz-Jalousien. Schulhöfe jedoch sind stark versiegelt und könnten auch mehr Beschattung durch Bäume „vertragen“. 2024 wurde die Neugestaltung der Freiflächen des Schulcampus „F.L. Jahn“ (1,3 Hektar) abgeschlossen. Der Innenhof des Gymnasiums ist nahezu ausnahmslos versiegelt, wenn auch mit Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung.
Im folgenden Bauausschuss konkretisierte Bauamtsleiter Mathias Remus die Maßnahmen: „Es ist immer ein Kompromiss zwischen Schulnutzung und wenig versiegelten Flächen. Deshalb wurde am Jahn- Gymnasium die Innenhof-Fläche stärker befestigt. Das Eichendreieck zum Ebert-Ring wurde nicht versiegelt. Im Bereich der Grundschule/des neuen Hortes wurden neue Bäume/Sträucher gepflanzt und die Spielflächen sind nicht versiegelt, weisen Hackschnitzel als Grund auf“. Zu den Modellprojekten: „An Haus II von Weinberg-und Jahn-Grundschule wird jeweils für einen Unterrichtsraum unterschiedlicher außenliegender Sonnenschutz getestet. Mit Abstimmung des Denkmalschutzes soll dieser - positiv getestete Schutz - auch auf die Räume des Jahn-Gymnasium übertragen werden. Zudem wird im Dachgeschoss (Haus II) der Jahn-Grundschule im Oktober eine Klimatisierungsmaßnahme umgesetzt.“
Auch der Neubau der Scholl-Schule wird, bezüglich Hitzeschutz, „zukunftssicher sein“. In der aktuellen Stadtverordnetenversammlung stellte Zietemann einige Maßnahmen noch einmal in seinem regelmäßigen Bericht vor und sagte: „Sonnenschutz ist an allen Schulen ein Thema“. Aber da ist noch viel Luft nach oben für innovative, aber halt auch bezahlbare Lösungen.
Umfangreiche Informations- und Beteiligungsangebote, mit weiterführenden Links:
www.rathenow.de/wirtschaft-standort/stadtentwicklung/klimaschutz.
Text/Fotos © Uwe Hoffmann, freier Journalist
Fotos:
Im Rahmen der energetischen Sanierung 2018/2019 erhielt die Aussenfassade der Gesamtschule dicke Dämmplatten und Sonnenschutzjalousien
Kita „Die kleinen Philosophen“: Mehrere Rathenower Kitas haben für die Freiflächen Schatten spendende Sonnensegel
Kita „Die kleinen Philosophen“: vor rund 10Jahren erhielt Kita Sonnenschutzmarkisen an den
obereren Fenstern
Abgeschlossene Neugestaltung der Freiflächen des Schulcampus „Friedrich Ludwig Jahn“:
guter Kompromiss zwischen versiegelten und nicht versiegelten Flächen im Bereich neuer Grundschulhort
Abgeschlossene Neugestaltung der Freiflächen (1,3 Hektar) des Schulcampus „Friedrich
Ludwig Jahn“: nahezu ausnahmslos versiegelte Flächen
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