
20.10.25 –
Bei unserem Stammtisch am 10. Oktober trafen wir uns in konstruktiver Runde, um uns über die vieldiskutierten Sparmaßnahmen der Landesregierung im Bildungsbereich auszutauschen. Dabei konzentrierten wir uns auf die konkreten Auswirkungen für uns im Havelland. Schon jetzt, ein Monat nach Start des Schuljahres, zeigt sich wie einschneidend sie sind. Sie beeinflussen den Alltag von Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen im ganzen Havelland massiv.
Unsere Gäste, Tina Raehse und René Wendt, Sprecher*innen der Bündnisgrünen Landesarbeitsgemeinschaft für Bildung stellten uns zunächst die landesweite Entwicklung vor. Sie zeigten den Anwesenden prägnant, wie sich die Kürzung von 50 Millionen Euro aus dem Landesbildungsetat äußern – und zwar in:
Zum einen führen sie vielfachzuüberfüllten Klassenräumen und der Zusammenlegung von jeweils zwei Klassen zu einer, wie an der Otto-Lilienthal-Grundschule in Wustermark. Zum anderen mindern die Spaßmaßnahmen der Landesregierung die individuelle Förderung der Kinder und erschweren damit auch Integration und Inklusion massiv. Sie bedeuten eine erhebliche Mehrbelastung für alle Havelländer Lehrkräfte. Für das einzelne Kind ist eine individuelle Betreuung weniger möglich. Daher fürchten wir, dass der Unterrichtsausfall im Landkreis infolge von einer wachsenden Zahl erkrankter Lehrer*innen zunehmen wird und die Unterrichtsqualität leiden wird. Das alles verringert die Attraktivität des Lehrberufs noch weiter, im Havelland aber natürlich im ganzen Land Brandenburg - und das bei einem eh schon akuten Lehrkräftemangel.
Wir diskutierten intensiv und hatten viele Fragen, die unsere Bildungsexpert*innen beantwortet haben. Viele der Teilnehmenden unzufrieden, besorgt und auch wütend über die derzeitige Bildungspolitik der Landesregierung. Diese Bildungspolitik geht in eine völlig falsche Richtung, setzt falsche Prioritäten und rüttelt an der Qualität unseres Bildungssystems. Statt in die Zukunft zu investieren oder die in der letzten Legislatur beschlossenen Maßnahmen konsequent und zügig umzusetzen, schwächt sie die Strukturen, die für Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen.
Die Anwesenden kamen einhellig zu dem Urteil: Sparen an Bildung bedeutet sparen an unserer Zukunft. Über Parteigrenzen hinweg, gemeinsam mit den Gewerkschaften und den Eltern gilt es, den Druck auf die Landesregierung beizubehalten und zu erhöhen, damit sie die Sparmaßnahmen zurücknimmt. Kinder, Lehrkräfte und Eltern müssen die Unterstützung erhalten, die sie verdienen! Es braucht bessere Lernbedingungen, kleinere Klassen, mehr multiprofessionelles Personal und echte Wertschätzung für den Lehrer*innenberuf!
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